12.5., Auf Wiedersehen, Yamasa

[Der Abschied von Yamasa ist wie im letzten Jahr ein solcher Wirbel, dass an Tagebuchschreiben nicht mehr zu denken ist. Ich schreibe diese Zeilen erst am 3.7., daher sind die Erinnerungen schon deutlich verblasst.]

Als erstes bekommen heute diejenigen ihre Prüfungsergebnisse, die Yamasa verlassen. Dieses Mal gibt es tatsächlich ein Transkript der mündlichen Prüfung; letztes Jahr war uns das zwar versprochen worden, aber es ist nie bei mir angekommen. 14 von 20 Punkten habe ich für mein Gestotter bekommen, na ja Foto dazu. Das waren schonmal keine 80 Prozent. Immerhin hatte meine Lehrerin noch einen freundlichen Kommentar für mich übrig. Da unten steht: "Haralds Japanisch ist sehr höflich und schön. Obwohl Du langsam sprichst, kannst Du schon sehr viel sagen. Mache bitte auch in Deutschland mit dem Lernen weiter."

Das Ergebnis der schriftlichen Prüfung darf ich mir in der Mittagspause abholen Foto dazu. 80,2 Prozent, au Backe, damit hätte ich es also gerade so geschafft, nicht sitzen zu bleiben – um hier in die nächsthöhere Klasse gehen zu dürfen, waren mindestens 80 Prozent erforderlich. Ich empfinde eine merkwürdige Mischung aus Genugtuung und Enttäuschung: Einerseits habe ich es geschafft, andererseits war ich glaube ich noch nie irgendwo so nahe am Sitzenbleiben. Na ja, jetzt gehts erst einmal wieder nach Hause; weiteren Unterricht in diesem Tempo hätte ich sowieso nicht durchgehalten. Dietrich, der andere Deutsche in meiner Klasse, muntert mich auf: Ich habe doch immerhin beim ersten Versuch bestanden, was ich denn will? Er hat die Klasse schon zum zweiten Mal besucht und auch nicht wesentlich mehr Punkte als ich, irgendwas in den niedrigen Achtzigern.

Die Abschiedszeremonie am Nachmittag kenne ich auch schon vom letzten Jahr und bin daher weniger nervös. Ich bekomme eine Urkunde überreicht Foto dazu Foto dazu sowie die übliche Abschiedskarte meiner Japanischlehrer Foto dazu. Anschließend muss jeder eine kleine Rede auf Japanisch halten Foto dazu, das obligatorische Klassenfoto wird geschossen Foto dazu, und schon ist der Kurs für dieses Jahr vorbei.

Der Rest des Nachmittags vergeht wie im Fluge damit, mit allen Leuten zu quatschen und sich zu verabschieden. Ich habe mir heute Abend von der Familie freigenommen, um in der Bar noch schön Abschied zu feiern. Und ich muss natürlich nochmal alle Go-Anfänger vermöbeln :-). Jerome und Grant schaff ich simultan im Aufenthaltsraum Foto dazu, und später in der Bar noch, hmm, Mist, den Namen hab ich doch jetzt glatt schon wieder vergessen :-( Foto dazu.

Hauptattraktion (aus meiner Sicht) in der Bar ist heute Abend natürlich Alexander, der als waschechter Schotte diesmal im Schottenrock kommt Foto dazu und natürlich die üblichen Spekulationen über sich ergehen lassen muss, was die Schotten wohl drunter tragen. Gucken darf aber keiner :-). Es wird wieder ein lustiger Abend Foto dazu Foto dazu Foto dazu Foto dazu. Ich hatte meiner Familie zwar gesagt, dass ich feiern gehe, habe aber dann doch ein schlechtes Gewissen, dass es gar so spät wird – erst nach 1 komme ich nach Hause, und alle sind schon im Bett. Jetzt noch meine Sachen packen und den Wecker auf 6 Uhr stellen; keine Ahnung, wie ich morgen genau zum Flughafen komme, aber ich schötze einfach mal, dass es reichen müsste, gegen 7 aufzubrechen; der Flieger geht um 11.

 

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©2005 by Harald Bögeholz